2018-09-29 Weinfahrt Breisgau
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Bürgertreff auf  Weinfahrt im Breisgau
vom 29.09.2018 bis 03.10.2018

Die Ausschreibung der Weinfahrt vom 29.09. bis 03.10.2018 hörte sich sehr gut an und der Verlauf übertraf die Erwartungen erheblich. Es gibt viele Faktoren, die zum Gelingen einer solchen Veranstaltung beitragen. Absolute Voraussetzung sind aber immer sorgfältige Planung und umsichtige Durchführung. Peter Billen hat schon oft bewiesen, dass er dafür der richtige Mann ist. Unterstützt wurde er von unserem Busfahrer Dieter Menzel, der weit über seine Aufgaben hinaus zum Erfolg der Fahrt beigetragen hat.

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Freiburg, Colmar und Straßburg waren die wichtigsten Orte, die die reisefreudige Gruppe ansteuern wollte, vorher stand aber erst einmal Hinterzarten auf dem Programm. Am Titisee vorbei erreichten wir den Kurort, der aber vor allem bekannt ist wegen einer Sprungschanzen. Vier an der Zahl sind sie dem steilen Gelände angepasst, also Naturschanzen, die Weiten von 15 bis 100 m zulassen. Dabei ist die Jahreszeit egal, es wird im Winter auf Schnee und im Sommer auf Kunststoffmatten gesprungen, ohne dass es besondere Unterschiede gibt. Allerdings brauchts auch hier auf einer Höhe bis zu 1000 m Kunstschnee. Ein Führer zeigte und erklärte uns die Anlage und erzählte viel über Springen und Springer. Der Schritt ins Freie am höchsten Punkt des Anlaufturmes mit dem Blick in die Tiefe war atemberaubend und erforderte absolute Schwindelfreiheit. Dieser Blick die steile Anlaufspur hinunter über den Schanzentisch ins Nichts erzeugte bei uns höchste Achtung vor dem Mut der Springer, die sich dort hinunter stürzen.

Wir fuhren weiter durch das wildromantische Höllental hinab Richtung Freiburg. Durch dieses Tal fährt die Höllentalbahn, die mit Dieselloks die starke Steigung erklimmt. Damit es in Zukunft schneller geht, elektrifiziert die Deutsch Bahn derzeit die Strecke, die deshalb zur Zeit nicht befahrbar ist. Dieses Tal durchfließt auch die Dreisam in Richtung Freiburg. Fußballfreuden ist sie vom Dreisamstadion des SC Freiburg her ein Begriff. Ausgetrocknet vom wasserarmen Sommer war sie allerdings nur ein Rinnsal.

Gestärkt durch ein Weißwurstfrühstück mit Weißbier waren wir in der Lage, sofort nach Erreichen von Freiburg eine geführte Tour durch diese schöne, geschichtsträchtige Stadt zu unternehmen. Und wer gedacht hat, für das stellenweise immer noch schlimme Pflaster in Schwabach gäbe es keine Steigerung, war noch nicht in Freiburg. Eine ungemein kundige Dame vermittelte uns alles Wesentliche mit launigen Worten, ohne uns mit ewigen Jahreszahlen zu drangsalieren, die sich ohnehin keiner merkt. Besonders interessant war, welchen Einfluss das Haus Habsburg über Jahrhunderte hinweg in Freiburg und im Breisgau  hatte. Absoluter Höhepunkt ist natürlich das Münster, das in seiner Größe und Wucht das Bild von Freiburg beherrscht. Das Wertvollste der Innenausstattung sind die Glasfenster, von denen leider nur noch ein Teil erhalten ist.

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Ein Kennzeichen Freiburgs sind die „Bächle“. Es sind Wasserrinnen, gespeist aus der Dreisam, die in einer Länge von rund neun Kilometer Freiburg durchströmen und im Sommer wohltuende Kühle verbreiten. Hat die Dreisam kein Wasser sind allerdings auch die Bächle trocken.

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Das Problem bei Führungen, dass nicht alle Teilnehmer den Stadtführer bei seinen Ausführungen verstehen, hat Peter beseitigt. Er hatte ein Audioguide-System beschafft, bei dem die Teilnehmer über Kopfhörer alles Gesagte mitbekommen, auch dann, wenn einmal einer etwas abseits steht. Der Empfang ist so gut, dass auch Nebengeräusche nicht stören.

Wir bezogen das stadtnah gelegene Kolpinghotel, in dem Übernachtung und Halbpension gebucht waren. Wir wurden gut versorgt und die Unermüdlichen waren am Abend schnell in der Altstadt mit ihren Kneipen zu einem Absacker.

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Für den Sonntag war eine Fahrt ins Elsass nach Colmar vorgesehen.Colmar gilt besonders aufgrund seiner Lage entlang des Lauch Flusses, aber auch wegen seiner wunderschönen und gut erhaltenen, mit Blumen verzierten alten Fachwerkhäuser als eine der schönsten Altstädte in ganz Frankreich.

Besonders beliebt ist hier auch eine idyllische Bootsfahrt auf dem Fluss, bei der man herrliche Ausblicke auf die schönsten Ecken der Stadt genießen kann. Sehr interessant sind die künstlerisch gestalteten Zunftzeichen an alten Handwerkerhäusern.

Am Fluss Lauch liegt das Viertel Krutenau. Hier befindet sich das berühmte Klein Venedig, auf Französisch „Pétite Venise“, das vor allem mit seinen pittoresken Häusern und schönen Brücken ins Auge sticht. Wir besuchten das Geburtshaus Bartholdys, der die weltberühmte Freiheitsstatue in New York erbaut hat und waren bei der Markthalle im Fischerviertel. Die Dominikanerkirche ist heute weltberühmt als Aufstellungsort der „Madonna im Rosenhag“ von Martin Schongauer, einem unbestrittenen Hauptwerk deutscher Malerei.

Die Rückfahrt führte nach Gottwald ins Bio-Weingut Hess, wo wir uns nach der anstrengende Führung durch Colmar bei vorzüglichen Weinen und einer Winzerbrotzeit erholten.

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Bei bedecktem Himmel aber ohne Regen starteten wir am nächsten Tag zu einer Fahrt durch den Schwarzwald. Über Schiltach – hier ließ es sich Dieter nicht nehmen, den sehr schönen Ort zu durchfahren - über Alpirsbach (Mineralwasser) ging es nach Freudenstadt mit seinem riesigen Marktplatz und der über Eck gebauten Kirche.

Über Baiersbronn  - bekannt durch seine Sterneköche, wo unser Busfahrer Dieter eine Ausbildung zum Koch gemacht hat – fuhren wir auf der Schwarzwald-Hochstraße zum Mummelsee. Danach ging es bergab ins badische Weinland, wo wir beim Weingut Männle in Durchbach zur nächsten Weinprobe erwartet wurden.

Eine Führung durch die riesige Sektkellerei Geldermann in Breisach stand am Dienstag auf dem Programm. In den weitverzweigten Gewölben reift der Sekt mit Hilfe von Rüttelbrettern zu einer absoluten Spitzenqualität heran.

Am Nachmittag Aufstieg zum Stephansmünster, das auf felsiger Anhöhe hoch über Breisach thront und unzählige Kriege und politische Veränderungen erlebt und überstanden hat. Auf dem Heimweg schaukelte uns Dieter durch den Kaiserstuhl. Er ist vulkanischen Ursprungs. Seine Hänge sind teilweise so steil, dass nur auf schmalen Terrassen Rebstöcke wachsen können. Es war eine sehr schöne Landschaft mit tollen Weinorten, ach könnte man überall einkehren und den badischen Wein genießen.

Am Tag der Rückfahrt war noch eine Stadtführung in Straßburg geplant. Es war Feiertag in Deutschland, 3. Oktober, leere Straßen, und Werktag in Straßburg,

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quirliger Verkehr noch verstärkt durch viele deutsche Kurzurlauber. Unsere Führerin aus Freiburg war dabei und führte uns zuerst in das „europäische“ Viertel, in dem die Institutionen der Europäischen Union relativ eng beieinander liegen: der Europarat, der Europäische Gerichtshof  für Menschenrechte, das Europäische Jugendzentrum und natürlich das Europäische Parlament. Danach marschierten wir in die Innenstadt zum Straßburger Münster. Das Liebfrauenmünster zu Straßburg ist ein römisch-katholisches Gotteshaus und gehört zu den bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte sowie zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Wie die Stadt Straßburg allgemein verbindet auch das Liebfrauenmünster deutsche und französische Kultureinflüsse.

Das Straßburger Münster ist mit seiner charakteristischen asymmetrischen Form (der Südturm wurde nie gebaut) bis heute das Wahrzeichen des Elsasses. Zu seinen berühmtesten Ausstattungsstücken zählen die leider derzeit ausgebaute Astronomische Uhr und der „Engelspfeiler“. Vor dem Münster zieht das wunderschöne Kammerzellhaus die Blicke auf sich.

Ein ausführlicher Gang durch die alten Gassen schloss sich an. Die mittelalterliche Altstadt auf der Grande-île mit ihren blumengeschmückten Fachwerkhäusern erstreckt sich an der Ile entlang bis zu den Gedeckten Brücken.

Peter Billen hatte wieder einmal eine Fahrt organisiert, die keinen Wunsch offen ließ. Ein kompaktes Programm mit hohem Informationswert und die straffe Durchführung ließen nie Langeweile aufkommen, Leerlauf fand nicht statt. Das Hotel war auch diesmal wieder von der Unterbringung und Verpflegung, aber auch von der zentralen Lage her Spitze. Gemeinsam mit dem Busfahrer Dieter gelang es ihm auch heuer wieder, alle Wünsche der Reisenden zu erfüllen.

Bei solchen Erfolgen ist es nicht verwunderlich, dass er jetzt bereits viele Interessenten für die nächstjährige Städtefahrt hat, die Anfang Mai an den Bodensee führt.

         Text und Bilder Karl Heinz Trapp

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